Blog - MS Wissenschaft 2015 http://blog.ms-wissenschaft.de Das Blog rund um das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft Sat, 26 Sep 2015 09:10:38 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=4.2.7 Memory spielen zum Abschied http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/09/memory-spielen-zum-abschied/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/09/memory-spielen-zum-abschied/#comments Sat, 26 Sep 2015 09:10:38 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=3074 Weiterlesen ]]> Ein letztes Mal bloggen. Die Tour der MS Wissenschaft geht zu Ende. Und damit auch unsere Arbeit als LotsInnen. Wir haben unheimlich viel gesehen und erlebt. Zu jeder Stadt und zu jedem Exponat könnten wir Geschichten erzählen. Unzählige Begegnungen mit BesucherInnen und Schulklassen werden uns in Erinnerung bleiben.

Das Leben als Lotse war vor allem eins: aufregend und abwechslungsreich. Jeden Morgen die kribbelige Aufregung, ob die Technik noch geht und wann wohl die erste Schulklasse ankommt. Jeden Abend die Erleichterung, wenn nichts schlimmes passiert und das ganze Schiff fertig gesaugt ist und man in der Küche oder an Deck zum gemeinsamen Abendessen zusammen kommt. Und zwischendurch gab es anregende Gespräche mit einzelnen Besuchern, musste der Weg zum Wanderfalken gewiesen, Leute aus unmöglichen Körperpositionen vor dem Eulen-Exponat befreit, Farb- und Papierrollen an den Fotoexponaten ausgewechselt und Kinderscharen vor dem Elektroauto ausgewichen werden. Neben Fragen zur Ausstellung gab es immer auch Fragen über das Schiff, den Kapitän und seine Frau und unseren Lebensalltag als Lotse. Presserundgänge, Bürgermeistergespräch, Broschüren bestücken, Bildschirme reinigen und IPads laden – langweilig wurde uns nie!

Und doch wird uns vor allem sie gemeinsame Zeit an Bord in Erinnerung bleiben. Hinter uns liegen fünf Monate auf einem Schiff. Fünf Monate mit neuen Menschen und auch alten Bekannten. In mehreren Schichten von je zwei Wochen haben insgesamt zwanzig Lotsen und Lotsinnen die Ausstellung betreut. Die Teams waren immer unterschiedlich zusammengestellt, fast immer zwei Männer und zwei Frauen. Seltsamerweise haben sich ausnahmslos alle gut verstanden, es gab keinen Streit. Doch leider konnten sich nicht alle Lotsen persönlich kennenlernen. Glücklicherweise gab es die Selfie-Box. Dank dieser sind unsere Gesichter gut dokumentiert. Die Bilder sind so vielfältig und interessant, dass wir beschlossen haben, uns für die Zukunft ein Denkmal zu setzen: Wir haben zwei Memoryspiele mit Bildern von allen Lotsen gebastelt!

Lotsen-Selfies Spielen2 Memory1

Eines soll über den Steuermann Bruno zukünftigen LotsInnen zugänglich sein – zum Erzählen und Erinnern. Eines ist für Karin und Albrecht. Das Kapitänsehepaar ist schließlich die gute Seele des Schiffes. Die drei haben ihre Memorys mit weiteren kleinen Geschenken am letzten Tag der Ausstellung erhalten und sofort wurde natürlich eine Runde gespielt. Wir Lotsen kannten nicht immer alle Gesichter – geschweige denn Namen – die da auftauchten, aber Karin, Albrecht und Bruno konnten immer aushelfen und zu jeder und jedem hatten sie zumindest eine kleine Geschichte parat.

Fünf Monate haben wir uns auf der MS Wissenschaft wie zu Hause gefühlt. Herzlichen Dank dafür an alle Beteiligten! Und was zum Schluss bleibt, ist die Neugierde und Vorfreude auf das kommende Jahr!

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Viele Menschen, viele Ideen http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/09/viele-menschen-viele-ideen/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/09/viele-menschen-viele-ideen/#comments Tue, 15 Sep 2015 08:50:53 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=3065 Weiterlesen ]]> In den letzten Blogeinträgen haben wir hauptsächlich von neuen Schiffsbewohnern berichtet. Dieses Mal geht es um Stadtbewohner – wie uns die Megastädte zeigen ein weitaus globaleres Thema.

Während 1975 nur 38 Prozent aller Menschen Stadtbewohner waren, lebten 2008 bereits mehr Menschen in Städten als auf dem Land – Tendenz steigend. Insbesondere in Asien und Südamerika entstehen hierdurch sogenannte Megastädte. Das sind Städte mit mindestens 10 Millionen Einwohnern. Die Vereinten Nationen zählen derzeit 35 Städte und Stadtregionen hierzu. Man kann sich gut vorstellen, dass Städte dieser Größenordnung extremen Problemen gegenüberstehen. Funktionierende Verkehrssysteme, ausreichend Wohnraum oder die Versorgung der Millionen Bewohner mit sauberem Wasser und Nahrung haben hier eine komplett andere Größenordnung. Die Stadtverwaltungen kommen daher bei der Erfüllung dieser Aufgaben oft an ihre Grenzen.

An vielen Orten nehmen die Stadtbewohner diese Aufgaben deshalb einfach selbst in die Hand. Sie organisieren zum Beispiel die Abfallentsorgung oder das öffentliche Transportwesen. Ohne die unbürokratischen, dynamischen und kreativen Initiativen ihrer Stadtbewohner wäre der Lebensalltag in den rasant wachsenden Megastädten für den Großteil der Bevölkerung schlichtweg nicht zu bewältigen.

Megastaedte_Bild-Lotsen Megastadt Türme Megastadt Innenleben

Unser Exponat „Leben in der Megastadt“ vom DFG-Schwerpunktprogramm „Megacities – Megachallenge. Informal Dynamics of Globale Change“ beleuchtet genau diese informellen, also ungeplanten und selbstorganisierten Strukturen und Prozesse in Megastädten am Beispiel der Städte Dhaka (Bangladesch) und Guangzhou (China).

Wie auch Megastädte selbst, wirken die „Megacity-Türme“ unserer Ausstellung auf den ersten Blick grau und nicht besonders reizvoll. Wagt man jedoch einen zweiten Blick und stöbert durch die einzelnen, künstlerisch gestalteten Schubladen, so eröffnen sich viele unerwartete Einblicke in die vielseitige, farbenfrohe und spannende Welt der Megastädte.

Auch wenn die Städte und Probleme in Deutschland längst nicht so groß sind, zeigen uns die unterschiedlichen informellen Strukturen in Megastädten, wie wichtig es sein kann, sich als Stadtbewohner gerade dort aktiv in der eigenen Stadt und Nachbarschaft zu engagieren, wo die Stadtverwaltungen an ihre organisatorischen und finanziellen Grenzen stoßen. Viele Initiativen und Projekte, wie Bürgerbusse und Repair-Cafès, machen das hierzulande vor –, möglicherweise auch in Eurer Stadt!

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Den Daten auf der Spur http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/09/den-daten-auf-der-spur/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/09/den-daten-auf-der-spur/#comments Tue, 08 Sep 2015 13:04:09 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=3051 Weiterlesen ]]> Im Ausstellungsraum der MS Wissenschaft wird in diesem Jahr nicht nur über Forschung zur Zukunftsstadt berichtet – einige Aspekte werden sogar von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Otto-Friedrich-Universität Bamberg direkt an Bord erforscht. Am Exponat „Gute Daten, schlechte Daten“ können die Besucher selbst herausfinden was es bedeutet, in einer smarten Umgebung zu leben, in der sensible Daten von Sensoren automatisch erhoben, verarbeitet und gespeichert werden.

Denken wir an Sensoren, fällt uns vielleicht der automatische Papierhandtuchspender an der Autobahnraststätte ein. Aber welche Rolle werden die von ihnen gesammelten Daten in der Stadt der Zukunft spielen? Prof. Dr. Daniela Nicklas und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Lehrstuhl für Informatik, insbesondere Mobile Software Systeme an der Uni Bamberg, interessiert genau dieses Forschungsfeld.

Auf dem Weg zum gläsernen Bürger?

Prof. Dr. Daniela Nicklas vom Lehrstuhl für Informatik, insbesondere Mobile Systeme / Mobilität. Foto: Jürgen Schabel / Universität Bamberg

Prof. Dr. Daniela Nicklas vom Lehrstuhl für Informatik, insbesondere Mobile Systeme/ Mobilität. Foto: Jürgen Schabel/Universität Bamberg

In Zukunft wird es, gerade in Städten, immer mehr untereinander vernetzte Systeme geben, die etwas messen, Daten untereinander austauschen und auswerten. Die zentrale Frage ist deshalb nicht mehr nur, was wir alles wissen möchten – sondern auch, was wir alles nicht wissen möchten. Unter dem Aspekt des Datenschutzes möchten die Forscher konkret herausfinden, auf welche Weise viele nützliche Anwendungen gestaltet werden können, ohne gleichzeitig den gläsernen Bürger zu schaffen.

„Datenmanagement-Forschung macht ohne echte Daten nur keinen Spaß“, erklärt Nicklas. Die Mitarbeiter des Lehrstuhls wünschten sich ein reales Szenario mit echten Sensoren: die Idee für das „Living Lab“ war geboren. Projektziel ist es, Bamberg in ein lebendiges Labor verwandeln, welches nicht nur den Wissenschaftlern, sondern auch den Bürgern offen steht. Schließlich sind es unter anderem deren Daten, die gesammelt werden.

Das Ausstellungsschiff als Labor für die Zukunftsstadt

Den Auftakt des Forschungsprojekts macht die Ausstellung an Bord der MS Wissenschaft, auf der anonymisierte Besucherdaten gesammelt werden. Das dort temporär installierte Sensornetzwerk lässt erahnen, welche Spuren jeder im Alltag hinterlässt, und was diese über uns verraten können. Das sind zum Beispiel Bewegungsinformationen, welche über die WLAN- und Bluetooth-Funktion von Mobiltelefonen gesammelt werden können. Auf dem Schiff platzierte Kameras messen die Verweildauer, Bewegungsgeschwindigkeit und die ungefähre Körpergröße der Besucher in der Ausstellung oder an einzelnen Exponaten.

Das Exponat "Gute Daten, schlechte Daten" im Einsatz auf der MS Wissenschaft. Foto: Ilja Hendel/WiD

Das Exponat „Gute Daten, schlechte Daten“ im Einsatz auf der MS Wissenschaft. Foto: Ilja Hendel/WiD

Das Bildschirmterminal am Ausstellungsstück „Gute Daten, schlechte Daten“ macht diese Spuren schließlich für die Besucher sichtbar. Fiktive Szenarien veranschaulichen an einem Simulator, wie diese Daten von Dritten missbraucht werden könnten. Als kleines Gimmick können mit Hilfe einer eigens programmierten Museumsführer-App die Ausstellungslotsen lokalisiert werden, falls es noch Fragen gibt.

Auf dem Straßenfestival „Bamberg zaubert 2015“ und der 65. Bamberger Sandkerwa, einem lokalen Volksfest, kam diese Tracking-Technologie bereits zum Einsatz. Nach Auswertung können die Daten den Organisatoren etwa dabei helfen, die Standverteilung zu ändern oder das Sicherheitskonzept anzupassen.

Gute Daten, schlechte Daten?

Das Forschungsprojekt der Bamberger baute von Anfang an auf eine starke Bürgerbeteiligung: nur so können die Einwohner möglichst früh in direkten Kontakt mit neuen Technologien kommen. „Wenn jemand etwas bestimmtes wissen möchte, können wir jederzeit den Datensatz oder die entsprechende Infrastruktur zur Auswertung bereitstellen“, so Prof. Nicklas. Dadurch soll ein gegenseitiger Austausch entstehen. Auch kritische Aspekte wie das Thema Privatsphäre haben ihren Platz.

Gibt es also – wenn man den Namen des Exponats wörtlich nimmt – eine scharfe Trennlinie zwischen „guten“ und „schlechten“ Daten? Prof. Nicklas verneint: „Es ist ähnlich wie mit dem Autofahren oder mit einem Messer – niemand möchte zur Fortbewegung oder zum Gemüseschneiden mehr darauf verzichten müssen. Dennoch kann ich bei falschem Gebrauch Menschen verletzen. Nicht immer ist alles auf technischer Seite lösbar, und es müssen andere Wege gefunden werden.“

Hierzu sind neue gesellschaftliche Normen und Gesetze gefragt – ein Prozess, der beim Thema Datenschutz gerade erst einsetzt. Projekte wie dieses sind ein wichtiger Schritt, um ein Umdenken in Gang zu setzen.

 

Das Projekt wurde finanziell ermöglicht durch die TechnologieAllianzOberfranken sowie die Oberfrankenstiftung.

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Henry – unser treuer Begleiter http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/08/henry-unser-treuer-begleiter/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/08/henry-unser-treuer-begleiter/#comments Mon, 24 Aug 2015 06:00:17 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=3032 Weiterlesen ]]> Viele Fans der MS Wissenschaft haben uns in den letzten Jahren treu begleitet, aber auch die Crew an Bord hat so ihre Leidenschaften. Kürzlich wurde er gegründet, der Henry-Fanclub … Zwei Mitglieder berichten.


Wen oder was Susan da wohl liebt?

Große Knopfaugen schauen mich keck an, sein Lächeln ist verschmitzt, seine Wangen rot gefärbt.

Wir unternehmen viel zusammen. Jeden Abend gehen wir spazieren. Er ist ganz schön sportlich – ihm geht nie die Puste aus. Manchmal verheddern wir uns auch, wenn wir zu schnell laufen. Aber das ist ja lustig – ja, lachen können wir viel zusammen. Und was besonders toll ist, er hilft mir aus jeder Patsche: Krümel ich mich mit Keksen voll, erwischt mich ein Konfettiregen oder husche ich einfach mal mit dreckigen Schuhen ins Warme, er ist für mich da! Manche warnen mich auch vor ihm, weil er schon ziemlich oft seine Nase in Angelegenheiten reinsteckt, die ihn nichts angehen. Dann entgegne ich nur, dass er mich bei den erwähnten „Unfällen“ wenigstens nicht mit strafenden oder fragenden Blicken anschaut, sondern mit seinem Turbo einfach alles ungeschehen macht. Er ist mein Held!

Henry, I <3 U.
(Susan Olbrich)

2. Unser neuer Henry

Unser Henry hat immer gute Laune

Fakten, Fakten, Fakten …

Im Juni 2011 haben wir ihn aus dem Regal eines Elektromarktes befreit und zu uns an Bord genommen. Ich erinnere mich noch, wir waren damals auf dem Weg von Worms nach Mainz.

An Bord haben wir ihn, also unseren Henry, ausgepackt, geprüft und für richtig gut befunden! Nie hat er uns in all den darauffolgenden Jahren in Stich gelassen, hat immer am Abend des Ausstellungstages geschlürft, gesaugt, aber auch manchmal gestöhnt (wenn er mal wieder zu voll war und ihn keiner von seinem vollen Beutel befreien wollte). Gestreikt jedoch hat er nie!

Seine absoluten Lieblinge waren die Salzkörner der Brezeln und die leckeren Krümel der Schokoladen-Muffins; da war er richtig gierig! Pflichtbewusst wie er aber war, hat er auch alles weniger Appetitliche in sich aufgenommen …

Und nun wird’s traurig: Am 15. August dieses Jahres (wieder in Worms!) haben wir ihn ein letztes Mal geprüft, danach eingepackt und mit der Zustimmung aller Betroffenen in den wohlverdienten Ruhestand geschickt.

In seinen 452 Ausstellungs-/Arbeitstagen hat unser treuer alter Freund Henry sage und schreibe über 156.000 m² Teppichboden bearbeitet; nun gönnen wir ihm seine ewige Ruhe.

Henry I ist tot – es lebe Henry II!
(Karin Scheubner)

3. Henry wird getauft

Henry II wird getauft

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Begegnungen http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/08/begegnungen/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/08/begegnungen/#comments Wed, 19 Aug 2015 07:49:04 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=3024 Weiterlesen ]]> Wir Lotsen freuen uns natürlich immer, wenn die Ausstellung an Bord die Besucher begeistert und ihnen Denkanstöße gibt. Umso mehr freuen wir uns, wenn unsere Arbeit dazu beiträgt. Wir begegnen jeden Tag vielen Menschen und manchmal entstehen im Gespräch mit den Besuchern besondere Momente, die uns sehr lange und gut in Erinnerung bleiben.

Solch ein Augenblick war das Zusammentreffen unserer Lotsin Susan, 27 Jahre alt, mit der Besucherin Esther, 83 Jahre. Zwischen den beiden Frauen liegen fast zwei Generationen und sie sind sich noch nie vorher begegnet, dennoch fühlten sie sich von der ersten Minute an ganz vertraut miteinander. Esther, aktiv und neugierig, ist viel in der Welt herumgekommen und erzählte Susan von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Die beiden unterhielten sich angeregt, kamen vom Hundertsten ins Tausendste, von wissenschaftlichen Themen über Reisen bis hin zu zwischenmenschlichen Beziehungen. Da die Zeit für alle Geschichten, Erlebnisse und Begebenheiten nicht ausreichte, wollen die beiden ihren Gedankenaustausch bald anderweitig fortführen und haben ihre Kontaktdaten ausgetauscht.

Sehnsucht

Lotsin Susan auf der Suche nach Begegnungen.

Dieses Beispiel einer zauberhaften Begegnung ist wahrscheinlich kein Einzelfall. Doch leider begegnen sich die unterschiedlichen Generationen oft kaum noch und es gibt wenige Möglichkeiten, sich offen, angeregt und neugierig auszutauschen. Dabei wäre es schön, wenn die Fähigkeiten und Kenntnisse, die jede Generation mitbringt, auf diese Weise weitergegeben und vermehrt würden. Nicht nur das eigene Wissen kann dadurch bereichert werden, auch der gegenseitige Respekt und das Verständnis werden gestärkt. Manche zwischenmenschliche Konflikte könnten so möglicherweise verhindert werden.

Erste Ideen, wie die Brücken zwischen den Generationen geschlagen werden können, gibt es natürlich bereits: In Mehrgenerationenhäusern leben und arbeiten verschiedene Altersgruppen unter einem Dach zusammen. Das Besondere an solchen Konzepten ist, dass hier jeder das macht, was er am besten kann und seine Kenntnisse und Fähigkeiten für die Gemeinschaft einsetzt. Die unterschiedlichsten Menschen begegnen sich hier ohne Zwang und können frei entscheiden, was sie gemeinsam unternehmen. Hierdurch werden nicht nur Talente gefördert, sondern auch Wissen bewahrt und zwischen den Generationen ausgetauscht.

Es gibt also viele Vorteile, gerade älteren Mitmenschen mit Offenheit und Aufmerksamkeit zu begegnen, finden wir. Manchmal kosten solche Begegnungen ein wenig Mühe oder zumindest Zeit – der persönliche Gewinn überwiegt den vermeintlichen Aufwand jedoch bei Weitem. Ein Versuch sollte uns dies doch wert sein, oder?

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An Bord auf sanften Pfoten http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/08/an-bord-auf-sanften-pfoten/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/08/an-bord-auf-sanften-pfoten/#comments Fri, 07 Aug 2015 07:06:21 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=3014 Weiterlesen ]]> Als wir am Dienstag kurz nach unserer Ankunft in Ludwigsburg die Türen für unsere Besucher und Besucherinnen geöffnet haben, staunten wir nicht schlecht. Nicht nur, dass die Ludwigsburger gleich um 10 Uhr in Scharen zu uns strömten – unter all die Gäste hat sich unbemerkt auch eine Katze geschlichen!

Majestätisch schritt sie die Treppe hinunter, lavierte sich miauend zwischen all den Besucherbeinen hindurch und ging auf Entdeckungstour. Die vielen Lichter und Stimmen, hier und da ein gemütliches Fleckchen Teppichboden – alles wurde neugierig beäugt und auch vor den Exponaten nicht Halt gemacht!

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Nach einem kurzen Rundgang durch die Ausstellung, ließ es sich unser kleiner tierischer Gast schließlich im Bistro und vor allem auf den Schößen der kleinen und großen Bistrobesucher und -besucherinnen gut gehen: Welcher Schoß ist der gemütlichste? Wer krault am besten?

Die MS Wissenschaft hat über die Jahre zwar viele Fans gewonnen, aber Karla, wie wir mittlerweile erfahren haben, gehört bisher zu den treuesten und hartnäckigsten. Denn selbst nach Ausstellungsschluss um 19 Uhr wollte unser kleiner schwarzer Stubentiger das Schiff partout nicht verlassen und wich uns auch beim gemeinsamen Abendessen an Deck und anschließendem Kartenspiel nicht von der Seite. Und als wir morgens verschlafen den Kopf aus der Kajüte steckten und uns große Katzenaugen entgegenblickten, wurde uns klar: Schnurrend, maunzend und miauend hat sie bis zum Morgen Bordwache gehalten!

Nach ihrem Ausflug an Bord der MS Wissenschaft, ist Karla nun aber wieder wohlbehalten zu ihren Besitzern, den Kindern vom Kindernest Alt-Hoheneck in Ludwigsburg (die sie im Übrigen schmerzlich vermisst haben!) zurückgekehrt.

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A bis U – und wo wohnst du? http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/07/a-bis-u-und-wo-wohnst-du/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/07/a-bis-u-und-wo-wohnst-du/#comments Sun, 26 Jul 2015 08:37:05 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=3005 Weiterlesen ]]> Wenn man in den nächsten Tagen unter den Besuchern einen Satz wie: „Das liegt in „E5“.“ hört, dann verrät dieser nicht gerade wo er sein letztes Schiff bei einer Partie Schiffeversenken versteckt hat, sondern wo sich das Mannheimer Rathaus befindet.

Bereits seit 1606 ist die Stadt am Rhein mit einem quadratischen Grundriss angelegt. Der Aufbau der Festungsstadt von Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz, der den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg legte, erinnert  ein wenig an Palmanova – einer italienischen Idealstadt in Sternform, die im Exponat „Zukunftsstädte der Vergangenheit“ an Bord vorgestellt wird. Palmanova entstand zur selben Zeit als Festungsstadt des venezianischen Staates zur Verteidigung gegen die Türken.

Palmanova mit radialem Straßennetz.

Palmanova mit radialem Straßennetz.

Beide Städte sind umgeben von einer sternenförmigen Befestigung, dem sogenannten Bastionsstern. Außerdem sind sie von großen Achsen durchzogen. Beides dient der Verteidigung: Feinde werden so früh erkannt und können abgewehrt werden.
Bis 1684 hatten in Mannheim die Straßen trotz der schachbrettartigen Anordnung  Namen wie sie in Deutschland üblich sind, erst dann  wurden die Quadrate durchnummeriert. Doch erst seit dem 18. Jahrhundert werden die Straßen im Innenstadtbereich aus einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen benannt. Doch erst im Obwohl die Stadt mehrmals zerstört wurde, behielt sie ihr charakteristisches für Deutschland einmaliges Muster bei.

Die Mannheimer Quadratstadt mit beschrifteten Blöcken. (Grafik: Kunstlerbob nach Immanuel Giel/Wikicommons)

Die Mannheimer Quadratstadt mit beschrifteten Blöcken. (Grafik: Kunstlerbob nach Immanuel Giel/Wikicommons)

Für alle, die sich in der Innenstadt von Mannheim zurecht finden möchten, hier eine kleine Anleitung: Das schachbrettartige Straßennetz teilt die Innenstadt in insgesamt 144 Quadrate ein. Die Grundlinie bildet noch immer das Mannheimer Schloss. Senkrecht dazu verläuft die Kurpfalzstraße, die eher als „Breite Straße“ bekannt ist. Diese teilt die Innenstadt in zwei Hälften. Die Quadrate linksseitig des Schlossen werden mit den Buchstaben A bis K bezeichnet, rechtsseitig mit L bis U, wobei die Buchstaben dem Uhrzeigersinn folgen. Die Hausnummern der einzelnen Quadrate beginnen immer an der Mittelachse, also der Kurpfalzstraße bzw. der Breiten Straße.

Um zur Hausnummer E5 zu kommen, muss man also vom Schloss aus einfach fünf Blöcke gehen, dann links abbiegen und anschließend nochmal 5 Blöcke der Straße folgen. Wenn man sich nicht verzählt hat, sollte man vor dem Rathaus stehen. Alles klar?

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Stadtgestaltung im Zeitraffer http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/07/stadtgestaltung-im-zeitraffer/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/07/stadtgestaltung-im-zeitraffer/#comments Wed, 15 Jul 2015 10:08:47 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=2991 Weiterlesen ]]> Im einem Stadtquartier von Karlsruhe experimentieren Wissenschaftler gemeinsam mit lokalen Akteuren, wie das Leben in der Zukunftsstadt aussehen könnte. Alexandra Quint, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am KIT, erklärt uns, was hinter dem Exponat „Quartier Zukunft” auf der MS Wissenschaft steckt.

Exponat "Quartier Zukunft"

Das Exponat „Quartier Zukunft“ auf der MS Wissenschaft.

Worum geht es bei „Quartier Zukunft” genau?

Quint: „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt am Karlsruher Institut für Technologie. Wir möchten ein Konzept entwickeln, um europäische Stadtquartiere in nachhaltige Stadträume zu verwandeln – und das unter aktiver Mitwirkung aller Betroffenen. Wir verfolgen den Gedanken, dass die Maßnahmen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu den lokalen Gegebenheiten passen müssen, um ihr Ziel zu erreichen.

Die Karlsruher Oststadt wird hier zum Labor für die Stadt der Zukunft. Wäre es nicht gewinnbringender für alle, den Fokus gleich auf die ganze Kommune zu legen – anstatt sich auf ein Viertel zu beschränken?

Quint: Die Karlsruher Oststadt ist ein urbanes und in vielerlei Hinsicht heterogenes Stadtgebiet. Dort finden sich Anknüpfungspunkte für Projektaktivitäten in einer Vielzahl von Themenfeldern wie Gesundheit, Mobilität, Wohnen und öffentliche Räume. Durch den dichten, aber überschaubaren Raum eines Stadtquartiers können wir zunächst verschiedene Lösungsansätze unmittelbar nebeneinander erforschen. Unser Konzept betrachtet Städte und ihre Entwicklung ganzheitlich. Eine Vielzahl an sehr guten Ideen, die alleine gesehen erfolgreich sind, gibt es ja bereits – urbane Landwirtschaft, urbane Windenergie oder autofreie Siedlungskonzepte. Nur möchten wir mehr über deren Synergien und Wechselwirkungen erfahren.

Das Große wird also im Kleinen erprobt?

Quint: Die stadträumliche Strukturierung ist vielerorts sehr ähnlich und dadurch gut vergleichbar. Darüber hinaus spielt die Quartiersebene für die Identifikation der Bevölkerung eine zentrale Rolle. Das Quartier ist ihr unmittelbarer Sozialraum. Dadurch ist die Bereitschaft zur Mitwirkung oftmals besonders hoch.

Auch in anderen Städten setzen sich engagierte Bürger zusammen und organisieren ReparaturCafés, Stammtische oder Stadtspaziergänge. Und das ganz ohne „Anstoß” von oben. Was macht das Projekt so einzigartig?

Quint: Die Verknüpfung von Forschung und Entwicklung. Wissenschaft und Praxis arbeiten hier unmittelbar zusammen, um transdisziplinär Erkenntnisse für das Projektgebiet und für andere Stadträume zu gewinnen. Das Quartier-Zukunft-Team moderiert und bringt unterschiedliche lokale Akteure an einen Tisch, die sonst unter Umständen nicht zusammenarbeiten würden.

ReparaturCafé in der Karlsruher Oststadt

Im ReparaturCafé können Menschen beschädigte Haushaltsgegenstände wie Kleinmöbel, Fahrräder, die Lieblingskaffeetasse mit abgebrochenem Henkel und Radios reparieren und reparieren lassen.

Seit Kurzem gibt es in Karlsruhe den “Zukunftsraum”. Was kann man sich darunter vorstellen?

Quint: Bislang ging unsere Arbeit immer von den Institutsräumen aus. Mit der Eröffnung ist nun ein ganz anderes, viel intensiveres Arbeiten möglich – unmittelbar im Projektgebiet und mit direktem Kontakt zu den Akteuren vor Ort. In vielen Gesprächen und bei Veranstaltungen haben die Bürger zudem immer wieder der Wunsch geäußert, einen Quartierstreffpunkt für Themen der nachhaltigen Entwicklung in der Oststadt zu schaffen. Der „Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft“ ist nicht nur Veranstaltungsort und kreative Ideenschmiede, sondern auch ein Ort des Austausches, des gemeinsamen Arbeitens, gegenseitigen Kennenlernens und Vernetzens.

Quartierstreffpunkt

Der „Zukunftsraum“ – Quartierstreffpunkt in der Oststadt.

Stichwort Bürgerbeteiligung: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Quint: Im Verlaufe unserer Arbeit haben sich unterschiedliche Formen herauskristallisiert. Manche Projektaktivitäten sind rein bürgerschaftlich getragen, in anderen kooperiert eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure mit jeweils ganz eigenen Zielsetzungen. Um unterschiedliche Gruppen und Milieus zu erreichen – vor allem die, die sich nicht so leicht aktivieren lassen – setzen wir eine ganze Reihe an Partizipations- und Kommunikationsformaten ein. Es gibt zum Beispiel den Quartier Zukunft-Stammtisch, bei dem alle zwei Monate unterschiedliche Personen in lockerem Rahmen zusammenkommen. Zudem haben wir in 2014 zwei große Bürgerbeteiligungsveranstaltungen durchgeführt. Deren Ergebnisse fließen direkt in unsere transdisziplinäre Forschung ein und sollen – soweit möglich – auch umgesetzt werden.

Die ersten Ideen wurden 2014 realisiert. Welche ersten Erfolgsmeldungen gibt es bislang?

Quint: Es haben sich bereits viele unterschiedliche Projektgruppen in unserem Wirkungsfeld gebildet. Diese beschäftigen sich beispielsweise mit urbanen Gemeinschaftsformen, Fassadenbegrünung und lokalen Wirtschaftskreisläufen, der Integration von Flüchtlingen in der Stadt oder grüner Mobilität. Für das ReparaturCafé arbeiten wir mit einigen sehr engagierten Nicht-Regierungs-Organisationen zusammen.

Informationsbrief

Alle Haushalte der Oststadt erhielten einen Informationsbrief mit dem Aufruf zum Mitmachen.

Sicherlich hatte das „Quartier Zukunft“ auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen?

Quint: Transdisziplinäres Arbeiten ist immer eine große Herausforderung für Forschende. Die Doppelaufgabe zwischen Forschung und Entwicklung führt nicht selten zu Zeitkonflikten. Angesichts der Komplexität von Stadtentwicklungsprozessen und Nachhaltigkeitstransformationen erachte ich diesen Ansatz aber als unabdingbar. Der partizipative Ansatz führt außerdem dazu, dass sich Prozesse verlangsamen. Das Wissen der lokalen Bevölkerung muss mit Expertenwissen zusammengeführt werden, um eine gemeinsame Basis zu entwickeln. Schließlich können wir nicht immer alle Zielgruppen erreichen. Das Konzept „Quartier Zukunft“ ist als experimenteller Forschungsbeitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung zu verstehen. Experimente verlaufen positiv oder eben nicht, aber beides führt zu wichtigen und gewinnbringenden Erkenntnissen!

Wir danken Ihnen für das Interview.
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Denn wie man sich bettet, so liegt man – oder: Schlafende Lotsen http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/07/so-wie-man-sich-bettet-so-liegt-man-schlafende-lotsen/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/07/so-wie-man-sich-bettet-so-liegt-man-schlafende-lotsen/#comments Thu, 09 Jul 2015 07:00:53 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=2969 Weiterlesen ]]> Immer wieder kommen Besucher und Besucherinnen auf uns zu und fragen, ob wir auch an Bord übernachten. Um diese Frage nun endlich einmal umfassend zu beantworten: Ja, wir arbeiten nicht nur, sondern wohnen und schlafen auch auf der MS Wissenschaft!

Zwei Kajüten (jeweils mit Kochgelegenheit und Bad ausgestattet) dienen uns während unserer zweiwöchigen Schichten als Herberge: Eine größere, in der bis zu vier Lotsen Unterschlupf finden können, befindet sich im Bug (für die Landratten: das ist vorne!), eine kleinere mit nur zwei Schlafplätzen hingegen liegt am Heck des Schiffes (logischerweise ist das dann hinten) .

Da es in der größeren Kajüte auch eine größere Kombüse und einen Esstisch gibt, finden sich nach Ausstellungsschluss alle Lotsen und Lotsinnen hier ein, um zusammen zu kochen und den wohlverdienten Feierabend einzuläuten. Wird es dann langsam Schlafenszeit, kriecht der weibliche Teil der Besatzung über fünf, von der Küche nach unten führende Stufen in die Kojen, wo sich zwei Stockbetten befinden. Auf diesem Treppenabschnitt Richtung Schlafgemächer befindet sich eine kleine unscheinbare Apparatur, die bei heißen Tagen enorm zum allgemeinen Wohlbefinden der Besatzung beiträgt. Eine Klimaanlage, die uns, ökologisch und in Maßen eingesetzt, während der Laufzeit des Generators (in der Regel bis 23 Uhr) nach der Arbeit einen kühlen Kopf beschert. Ist der Generator aus, fällt auch die Kühlung weg und so haben wir, ebenso wie alle an Land, nachts mit der Hitze zu kämpfen.

Die Kojen der größeren Wohnung befinden sich übrigens, wie auch die Ausstellung, im fensterlosen Schiffsbauch – und das heißt auch, dass es dort kein Tageslicht gibt. Da kann das Gefühl für die Tageszeiten hin und wieder mal verloren gehen … Nur gut, dass unsere Wecker jeden Morgen so zuverlässig klingeln! (Wenn sich die MS Wissenschaft frühmorgens auf den Weg in die nächste Stadt machen muss, wachen wir sowieso vom Motorengeräusch auf; und sich vom gleichmäßig lauten Stampfen des Dieselmotors wieder in den Schlaf wiegen zu lassenn, muss man erstmal ein paar Tage üben!)

Die Herren der Schöpfung kampieren in der kleineren Kajüte am Heck. Hier kann man vom Stockbett aus zwar das Wasser sehen, das ist aber leider bei der momentanen Hitzewelle auch kein Vorteil; der kleine Raum heizt sich bereits frühmorgens ziemlich schnell auf. Die offene Tür in der Nacht lässt uns zumeist auch nur auf Abkühlung hoffen. Manchmal schnappen wir uns auch einfach Schlafsack und Isomatte und übernachten kurzerhand an Deck – mit dem Sternenhimmel über uns .

In diesem Sinne: Ahoi und kühle Nächte!

 

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Zukunftsstadt – wo findet Zukunft statt? http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/06/zukunftsstadt-wo-findet-zukunft-statt/ http://blog.ms-wissenschaft.de/2015/06/zukunftsstadt-wo-findet-zukunft-statt/#comments Wed, 24 Jun 2015 07:00:32 +0000 http://blog.ms-wissenschaft.de/?p=2953 Weiterlesen ]]> Einen Blick in die Zukunft wagen und darüber diskutieren – das ist nicht nur in der Ausstellung auf der MS Wissenschaft möglich. Oben an Deck lädt der Verein Jugend Architektur Stadt e.V. Schulklassen ein, sich über die Zukunft ihrer Heimatstadt Gedanken zu machen.  Wir haben beim Workshop in Dortmund einer siebten Klasse über die Schultern geschaut.

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Bevor die Schülerinnen und Schüler in die Kristallkugel blicken, beantworten sie zunächst einige Fragen zur Gegenwart: Was verbinde ich mit meiner Heimatstadt? Was macht sie besonders? Nach dieser „Bestandsaufnahme“ dürfen die Kinder und Jugendlichen ihrer Phantasie freien Lauf lassen und ihre Vision von Dortmund im Jahr 2115 malen, zeichnen oder basteln. Bei einer so kreativen Aufgabe entstehen natürlich viele, unterschiedliche Ergebnisse: Von interessant und denkwürdig über amüsant und ideenreich bis hin zu pragmatisch und absurd sind viele Ideen vertreten.

Wenig überraschend steht beim Dortmunder Nachwuchs von heute der Traditionsverein Borussia Dortmund hoch im Kurs. Und die jungen Leute scheinen auch Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Fußballclubs zu haben: Auch im Jahr 2115 ist der BVB nicht aus Dortmund wegzudenken.

Aber auch die Stadtplanung scheint in Dortmund bei den Schülern ihre Spuren zu hinterlassen: Das „Dortmunder U“, und damit nicht nur die alte Dortmunder Braukultur, sondern auch das offensichtlich identitätsstiftende Leuchtturmprojekt aus dem Jahr 2010, taucht bei der Ideenfindung auf. Ebenso beliebt scheint die Thier-Galerie zu sein – ein Shopping-Center. Dass Dortmund nicht nur auf wenige Highlights reduziert werden kann, zeigt sich aber ebenso: Kanal und Hafen, Kirchen und Parks, der Dortmunder Zoo, der Weihnachtsmarkt und der Fernsehturm sowie viele andere Stadt-Details werden von den Jugendlichen genannt.

Viele Dinge, die es schon jetzt gibt, soll es auch noch im Jahr  2115 geben, wie zum Beispiel die Parks. Doch den jungen Visionären schweben einige technologische Entwicklungen vor (womöglich inspiriert durch unsere Ausstellung?): Haushaltsroboter, fliegende Fast-Food-Restaurants und schwebende Handtaschen sollen das Leben in der Zukunft erleichtern. Weniger Straßen soll es geben und der Verkehr in die Luft verlagert werden. Manche wünschen sich Gebäude ganz aus Glas, andere träumen von weniger stadtbezogenen Erfindungen wie dem „Hübsch-Macher-Spiegel“. Ob das alles Realität wird, wird sich zeigen. Unsere jungen Visionäre von heute werden aber möglicherweise in Zukunft mit beeinflussen, wie sich unsere Städte weiter entwickeln.

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