Memory spielen zum Abschied

Ein letztes Mal bloggen. Die Tour der MS Wissenschaft geht zu Ende. Und damit auch unsere Arbeit als LotsInnen. Wir haben unheimlich viel gesehen und erlebt. Zu jeder Stadt und zu jedem Exponat könnten wir Geschichten erzählen. Unzählige Begegnungen mit BesucherInnen und Schulklassen werden uns in Erinnerung bleiben.

Das Leben als Lotse war vor allem eins: aufregend und abwechslungsreich. Jeden Morgen die kribbelige Aufregung, ob die Technik noch geht und wann wohl die erste Schulklasse ankommt. Jeden Abend die Erleichterung, wenn nichts schlimmes passiert und das ganze Schiff fertig gesaugt ist und man in der Küche oder an Deck zum gemeinsamen Abendessen zusammen kommt. Und zwischendurch gab es anregende Gespräche mit einzelnen Besuchern, musste der Weg zum Wanderfalken gewiesen, Leute aus unmöglichen Körperpositionen vor dem Eulen-Exponat befreit, Farb- und Papierrollen an den Fotoexponaten ausgewechselt und Kinderscharen vor dem Elektroauto ausgewichen werden. Neben Fragen zur Ausstellung gab es immer auch Fragen über das Schiff, den Kapitän und seine Frau und unseren Lebensalltag als Lotse. Presserundgänge, Bürgermeistergespräch, Broschüren bestücken, Bildschirme reinigen und IPads laden – langweilig wurde uns nie!

Und doch wird uns vor allem sie gemeinsame Zeit an Bord in Erinnerung bleiben. Hinter uns liegen fünf Monate auf einem Schiff. Fünf Monate mit neuen Menschen und auch alten Bekannten. In mehreren Schichten von je zwei Wochen haben insgesamt zwanzig Lotsen und Lotsinnen die Ausstellung betreut. Die Teams waren immer unterschiedlich zusammengestellt, fast immer zwei Männer und zwei Frauen. Seltsamerweise haben sich ausnahmslos alle gut verstanden, es gab keinen Streit. Doch leider konnten sich nicht alle Lotsen persönlich kennenlernen. Glücklicherweise gab es die Selfie-Box. Dank dieser sind unsere Gesichter gut dokumentiert. Die Bilder sind so vielfältig und interessant, dass wir beschlossen haben, uns für die Zukunft ein Denkmal zu setzen: Wir haben zwei Memoryspiele mit Bildern von allen Lotsen gebastelt!

Eines soll über den Steuermann Bruno zukünftigen LotsInnen zugänglich sein – zum Erzählen und Erinnern. Eines ist für Karin und Albrecht. Das Kapitänsehepaar ist schließlich die gute Seele des Schiffes. Die drei haben ihre Memorys mit weiteren kleinen Geschenken am letzten Tag der Ausstellung erhalten und sofort wurde natürlich eine Runde gespielt. Wir Lotsen kannten nicht immer alle Gesichter – geschweige denn Namen – die da auftauchten, aber Karin, Albrecht und Bruno konnten immer aushelfen und zu jeder und jedem hatten sie zumindest eine kleine Geschichte parat.

Fünf Monate haben wir uns auf der MS Wissenschaft wie zu Hause gefühlt. Herzlichen Dank dafür an alle Beteiligten! Und was zum Schluss bleibt, ist die Neugierde und Vorfreude auf das kommende Jahr!